Hubert Kramars "Pension F. ehemals Pension Fritzl": Was muss in Österreich geschehen, damit ein unscheinbarer Seziersaal der alten Tierärztlichen Hochschule in Wien von einem Polizeiaufgebot geschützt und von Vertretern von al-Dschasira bis zur BBC belagert wird? Nein, es war nicht Barack Obama, der in Wien seinen Plan zur Rettung der Welt vorgestellt hat.
Es war Hubert Kramar und seine Inszenierung "Pension F.", die das Monster von Amstätten Josef Fritzl zum Thema hat. Dieses Theaterstück erhitzte im Vorfeld derart die Gemüter, dass Kramar sogar Morddrohungen erhielt. Mit Sätzen wie, "Das kann man doch nicht machen." und "Denkt doch mal an die Opfer.", versuchen die Gutmenschen dies- und jenseits der Alpen ihre Empörung über "Pension F." von der Seele zu schreiben, völlig außer Acht lassend, dass es diese Medien waren, die den Fall Josef Fritzl ausgeschlachtet haben, wie ein schlachtreifes Schwein.
"Pension F." will nicht die Opfer verhöhnen und auch nicht Josef Fritzl verherrlichen. Das Stück ist Mediensatire in reinster Form und richtet sich gegen die Medien, welche jetzt laut nach Sittenwächtern rufen.
Dass Horst Kramar, der gern auch mal als Hitler verkleidet beim Wiener Opernball erscheint, in seinem Werk Josef Fritzl Natascha Kampusch heiraten lässt, gerät überdies beinahe zur Nebensache. Einzig die, wie ich finde, medienverrückte Kampusch dürfte sich über soviel Aufmerksamkeit freuen, war es in den letzten Monaten doch relativ still um sie geworden. Ich prophezeie hiermit, dass Natascha Kampusch innerhalb von 2 Wochen RTL Explosiv/Exclusiv Rede und Antwort zu Hubert Kramars "Pension F." stehen wird. Damit ich jetzt nicht falsch verstanden werde: ich bedauere zu tiefst, was diese Frau erleiden musste. Ich bin nur nicht damit einverstanden, dass man dieses Leiden so medienwirksam ausschlachten muss.
Aber zurück zu Hubert Kramar: Selbst wenn ich das Stück bis jetzt noch nicht gesehen habe, kann ich per Ferndiagnose behaupten, dass "Pension F." durchaus gelungen ist. Das sieht man schon an dem abnormen Medienrummel um dieses Theaterstück. Und so wurde Hubert Kramar für einen winzigen Augenblick in der Weltgeschichte größer als der Wunderheiler aus den USA.
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Mittwoch, 25. Februar 2009
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