Schlichterspruch von Heiner Geißler - Stuttgart 21+ soll Befürworter und Gegner versöhnen: Vor wenigen Minuten hat Heiner Geißler seinen Schlichterspruch im Streit um Stuttgart 21 bekanntgegeben. In diesem sprach er davon, dass ein Kompromiss zwischen S21 und K21 unteranderem aufgrund der Lagerhaltungen zwischen den Befürwortern und Gegner unmöglich ist.
Daher sprach sich Geißler für ein Projekt Stuttgart 21+ aus. Das Projekt müsse umweltfreundlicher, behindertengerechter, baulich ansprechender, sicherer, familiengerechter und kinderfreundlicher werden. Zudem sollen Bäume im Schlossgarten nur gefällt werden dürfen, wenn sie ohnehin demnächst abgestorben wären. Ansonsten dürfen Bäume nur umgepflanzt werden. Überdies soll Stuttgart 21+ über 2 Gleise zusätzlich verfügen.
Auch das durch den Abriss des alten Stuttgarter Bahnhofs und anliegender Gleisflächen freiwerdende Gelände soll nach Willen Heiner Geißlers nicht dem Immobiliemmarkt anheimfallen. Vielmehr solle das Gelände von einer Stiftung verwaltet und zum Teil zu einem Park gemacht werden.
Von der Bahn forderte er einen ausführlichen Stresstest des neuen Bahnknotens. Wobei die Bauträger sich verpflichten sollen etwaige infrastruckturelle Schwachstellen auszugleichen. Mit Blick auf die erwartete Fortsetzung des Baus und daher möglichen neuen Zusammenstößen verlangte Geißler situationsbedingte Schlichtungen.
Zusammenfassend kann man sagen, dass Stuttgart 21 gebaut wird, allerdings als Stuttgart 21+. Ob dieser neue Name und die angemahnten Verbesserungen die Projektgegner befrieden können, muss abgewartet werden. Direkt nach dem Ende des Schlichterspruches flammte der Protest direkt wieder auf.
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Dienstag, 30. November 2010
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2 Meinungen:
Es wird nicht nur bei solchen Projekten immer ein Pro und Kontra geben und die Ausführung deswegen nicht einfacher machen.
Für mich zum Teil unverständlich, wieso gerade jetzt solch intensiven Proteste geführt werden. Dieses Projekt steht schonn seit Jahren nicht nur auf den Reissbrettern der Planer und MAcher, sondern auch zur "vernünftigen" Disskusion. Immerhin ist der Grundgedanke jener Idee für die Zukunft gerade auch jener Region "wahrscheinlich" nicht von der HAnd zu weisen. Das war das Pro.
Das Kontra ist in diesem Fall die Durchführung und Durchsetzung jener Idee. Es kann nicht sein, dass nun die Regionalpolitik sich mit allen Mittel ihrer Macht, bis hin zur Gewaltanwendung, gegen das eigene Volk stellt. Immerhin sind es gerade auch diese und solche Menschen, die solche "Zukunftsträume" finanziel mittragen werden. Die sobenannte Demokratie wurde jedenfalls hier unwahrscheinlich vergewaltigt. Der Klang macht schliesslich auch in unserem Alltagsleben die Musik aus. Und keiner kann nun genau sagen, wie es die nächsten Jahre während der Bauphase da weitergehen wird. Und das nicht nur finanziel und wirtschaftlich, sondern rein rechtlich und gerade3 "demokratisch". Es ist aber auch wiederum gerade jetzt für die deutsche Politik im allgemeinen beachtenswert, dass sie auch hier wieder voll versagt hat. Nicht der Mensch wie es im Grundgesetz verankert wurde steht im Mittelpunkt, sondern Interessen von Gruppen und Politikern.
Der "Schlichterspruch" des Herrn Geissler stand eigentlich von Anfang an so fest. Die Schadensbegrenzung von seiten der BW Regierung hat oder wird am Ende die Sache nicht entschärfen, sondern wahrscheinlich nur noch verschlimmern. Irgendwie drängt sich mir hier der gedankliche Vergleich mit dem alten Rom und Nero auf.
Frohe Adventszeit dennoch auch an dieser Stelle an euch.
rolf
@ Rolf - Ich sehe das auch so, das Problem ist hier nicht der Bahnhof, sonder das Verhältnis von Politik zum Volk.
Die meisten deutschen Politiker denken, sie wissen, was gut für das Volk ist und nehmen dan eingeschnappt zur Kenntnis, dass das "dumme Volk nicht einsehen will, was güt für es ist".
In diesem Zusammenahng wäre, wie von Geißler angemahnt, das bei euch in der Schweiz praktizierte Modell die einzig gangbare Lösung, um Stuttgarter Verhältnisse in Zukunft zu vermeiden.
MfG und natürlich auch eine frohe Weihnachtszeit wünsche ich dir und deiner Familie.
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