Mittwoch, 1. Dezember 2010

Google im Visier von Europas Wettbewerbshütern: Suchmaschinen-Konzern droht Rekordstrafe von 1,8 Milliarden Euro

Google im Visier von Europas Wettbewerbshütern - Suchmaschinen-Konzern droht Rekordstrafe von 1,8 Milliarden Euro: Dass der Konkurrenz von Google die Vormachtstellung des Konzerns im Internet ein Dorn im Auge ist, ist nichts neues. Jetzt könnte sich allerdings herausstellen, dass diese Vormachtstellung durch unlautere Methoden gefestigt worden ist. Wie gestern bekannt wurde, hat die EU-Kommission ein Verfahren gegen Google eingeleitet, an dessen Ende eine Rekordstrafe von 1,8 Milliarden Euro stehen könnte.

Im Kern lautet der Vorwurf gegen den Konzern, dass man seine Marktbeherrschende Stellung bei der Online-Suche missbraucht hat. Hauptvorwurf der Beschwerdeführer (Ejustice.fr (Rechtssuche), Ciao (Preisvergleich) und Foundem (Preisvergleich)): Google benachteiligt Konkurrenten bei der Anzeige von Suchergebnissen. Zudem steht der Vorwurf im Raum, dass Google bei seinen AdWords-Anzeigen Klickpreise in die Höhe manipuliert hat.

Google kündigte bereits an mit den Wettbewerbshütern zusammenzuarbeiten. Im Zuge dessen soll erstmals der sagenumwobene Google-Algorithmus offen gelegt werden.

Nach meinem subjektiven Empfinden konnte ich bislang keine Benachteiligungen für oben genannten Seiten feststellen, zumindest, was ciao betrifft. Beim Preisvergleich in Deutschland liegt eindeutig Idealo vorne und das auch zu Recht, weil die Preissuchmaschine der Springer AG einfach am aktuellsten und übersichtlichsten arbeitet. Im Kern geht es hier doch darum, dass die beschwerdeführenden Seiten ein besseres Ranking einklagen wollen. In meinen Augen sollten sie sich diesbezüglich lieber um bessere SEOs bemühen. Sollte Google allerdings wirklich am Ranking manipuliert haben, dann muss dem auch nachgegangen werden.

Was ich allerdings außerdem noch sehr interessant finde, ist, wie die deutschen Medien versuchen auf den Zug aufzuspringen. So kann man heute zum Beispiel bei RP-online einen Artikel lesen, den man schon fast als Real-Satire bezeichnen könnte, weil versucht wird, einfach mal auf den fahrenden Zug aufzuspringen, indem man gekonnt darauf verweist, dass auch die deutschen Verleger sich beim deutschen Kartellamt beschwert haben, dass Google den Verlegern keinen Anteil am Umsatz mit dessen Inhalten abgibt.

Dabei geht es vor allem um Google News. Was die Zeitungsverleger allerdings viel zu häufig vergessen: Wenn Google nicht wäre, würde man schätzungsweise 50 Prozent Traffic einbüßen, was am Ende des Tages auch zu 50 Prozent weniger Umsatz führt. Man könnte den Spieß auch einfach umdrehen und darauf verweisen, dass die Zeitungsverleger eigentlich Google bezahlen müssten, damit sie Traffic von der Suchmaschine bekommen.

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