Mittwoch, 30. März 2011

BDI-Präsident Hans-Peter Keitel warnt vor schnellen Atomausstieg

BDI-Präsident Hans-Peter Keitel warnt vor schnellen Atomausstieg: Angesichts des immer deutlicher werdenden Umdenkens der Bundesregierung in der Frage des Atomaufstiegs, wird man in einigen Bereichen der Industrie offenbar nervös.

BDI-Präsident Hans-Peter Keitel sagte dem Magazin Stern: "Ich halte es für sportlich, wenn man nach 48 Stunden eine fertige Meinung hat. Jeder täte gut daran, nicht schon Ergebnisse zu verkünden, sondern die Zeit zu nutzen, um ein belastbares Energiekonzept zu erarbeiten. [...] Wir müssen unglaublich aufpassen, dass in der Diskussion um die Atomenergie unser wirtschaftlicher Erfolg nicht unter die Räder kommt. [...] Umweltminister Röttgen muss möglicherweise im Industrieland Nordrhein-Westfalen bei Wahlen antreten, und er muss sagen, wie Strom bezahlbar bleibt."

Generell scheint dem BDI-Präsidenten alles viel zu schnell zu gehen. "Dauernd brummt der Blackberry, dauernd wird nach endgültigen Antworten verlangt. [...] Manchmal vermisse ich die kreativen Ruhephasen eines geordneten Betriebs. Was war das schön, wenn ich auf Dienstreise in Australien war. Da gab es nur ein Faxgerät und für eine Antwort an die Zentrale hatte man - dank der Zeitverschiebung - zwölf Stunden Zeit", so Keitel.

Der Standpunkt Keitels ist unterdessen mehr als verständlich, befinden sich ins einem Verband doch auch die Atomkraftwerksbetreiber, die bei einem Atomausstieg auf Milliarden-Gewinne verzichten müssten.

In meinen Augen wird hier nur versucht Ängste zu schüren. Überspitzt könnte man sagen, beim BDI argumentiert man nach dem Motto: 'Wenn wir die Atomkraftwerke abschalten, bricht ganz Deutschland zusammen.'

Dies wird gewiss nicht passieren, zumal ein radikaler Einstieg in die erneuerbaren Energien große Chancen bieten. Deutschland könnte mit einem schnellen Ausstieg aus der Atomenergie zum Marktführer in einem Wirtschaftsbereich werden, der möglicherweise der Wichtigste in den kommenden 50 Jahren werden wird. Vermutlich wird sich beim BDI in diesem Fall keiner mehr beschweren.

In einem hat Keitel aber Recht. Panik bringt jetzt nichts. Man sollte einen kühlen Kopf bewahren und ein ehrgeiziges Energiekonzept erstellen, dass möglichst schnell auf die Atomenergie verzichten kann.

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