Montag, 28. März 2011

Heiner Geißler (CDU) stellt bei Anne Will Koalition mit der FDP in Frage

Heiner Geißler (CDU) stellt bei Anne Will Koalition mit der FDP in Frage: Etwa eine halbe Stunde nach dem das vorläufige amtliche Endergebnis zur Landtagswahl in Baden-Württemberg feststand, trafen sich bei Anne Will Spitzenvertreter der Parteien zur politischen Nachbetrachtung des Wahlergebnisses.

Vor Ort waren Heiner Geißler, Annette Schavan (beide CDU), Christian Lindner (FDP), Jürgen Trittin (Grüne), Klaus Wowereit (SPD) und Jakob Augstein, der wenn überhaupt nur eine Nebenrolle spielte.

Die Rollenverteilung an diesem Abend war schnell klar. Lindner und Schavan hatten die Aufgabe ihre Niederlage einzuräumen und die Koalition auf Bundesebene zu verteidigen. Trittin und Wowereit gaben die meist stillen Genießer. Vor allem Jürgen Trittin hatte quasi den gesamten Abend ein Grinsen im Gesicht, das das Strahlen eines jeden Brennelements in den Schatten gestellt hätte.

Die interessanteste Rolle spielte allerdings der Alt-Christ-Demokrat Heiner Geißler. Zuerst biederte er die CDU bei den Grünen an, was Jürgen Trittin allerdings mit einem süffisanten Gesichtsausdruck abbügelte.

Danach ging Geißler auf die FDP los und stellte dabei sogar die Regierungskoalition in Frage. "Das Problem der Bundesregierung besteht darin, dass es die falsche Koalition ist", so Geißler. Die Liberalen sind dem Stuttgart 21-Schlichter zu wirtschaftsradikal geworden, daher wünschte er sich in die Zeiten von Genscher und Graf Lambsdorff zurück. "Früher, da gab es noch Lambsdorff und Genscher, jetzt fällt der FDP außer radikalen Wirtschaftsparolen nichts mehr ein", führte er fort. Vom Publikum ernte Geißler Applaus von Christian Lindner nur einen entsetzenden Gesichtsausdruck.

Aber auch die eigenen Reihen schonte Heiner Geißler nicht. Als Anne Will auf die Äußerungen von Altkanzler Helmut Kohl in der Bild-Zeitung anspielte, erntete er den Lacher des Abends, indem er ausführte: "Jetzt kommen Sie uns nicht mit den energiepolitischen Pius-Brüdern der CDU als Kronzeugen."

So oder so, der Abend bei Anne Will zeigte vor allem eines: Die Opposition hat gegenüber der Bundesregierung derzeit deutliches Oberwasser. Dazu kommt, dass nicht nur Heiner Geißler in der Union die FDP kritisch sehen dürfte. Hier könnten in den nächsten Tagen neue Fronten aufbrechen.

Wer die Sendung gestern verpasst hat, kann sie sich in Gänze noch einmal auf der passenden Website ansehen.

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