Sonntag, 3. April 2011

2.285 Brennelementkugeln aus Forschungszentrum Jülich vermisst

2.285 Brennelementkugeln aus Forschungszentrum Jülich vermisst: Quer durch alle politischen Lager setzt sich mittlerweile die Klarheit durch, dass aus der Atomenergie ausgestiegen werden muss. Nur die Gründe für diese wachsende Überzeugung scheinen unterschiedliche zu sein.

Glaubt man den Grünen zum Beispiel, dass sie tatsächlich wegen der Gefahren dieser Technologie aussteigen wollen, so fällt dies bei Union und FDP schon schwieriger. Hier liegt die Vermutung nahe, dass der Kurswechsel nur deshalb zu Stande kam, weil sonst Wahlen noch krachender verloren worden wären.

Als ob es noch eines Arguments für einen baldigen Ausstieg aus der Atomenergie in Deutschland bedurft hätte, gibt es nun die Meldung, dass aus dem Kernkraft-Forschungszentrum in Jülich 2.285 Brennelementkugeln verschwunden sind. Eine kleine Anfrage der Grünen im nordrhein-westfälischen Landtag habe diese Zahl ergeben.

Wo die laut Hans Christian Markert (Atom-Experte der Grünen) 2,2 Kilogramm Uran 235 und 23 Kilogramm Thorium 232 hin sind, weiß man nicht wirklich. Wissenschaftsministerin Svenja Schulze (SPD) erklärte, dass die Kugeln "allem Anschein nach" im Forschungsbergwerk Asse gelandet seien. Genau könne man dies aber nicht sagen, da die in der Asse "eingelagerten Mengen nicht bekannt sind".

Als ob diese schwammigen Aussagen nicht schon schlimm genug wären, kommt noch der Faktor hinzu, dass in der Asse eigentlich nur schwach- und mittel-radioaktive Abfälle aber keine Brennstäbe eingelagert werden dürfen.

Also, sollten Sie in ihrem Garten verdächtige Kugeln finden, ich würde diese nicht anfassen. Es könnte sich um Brennelemente handeln. Wenn sie jedoch Terrorist sind, würde ich mich in der Umgebung des Forschungszentrum Jülich auf die Suche machen. Die verschwundenen Brennelemente eigenen sich hervorragen zum Bau von schmutzigen Bomben.

Im Ernst: Da wird in Deutschland quasi immer wieder gepredigt, wie gefährlich der Terrorismus für uns doch ist und dann kommen mehr als 2.000 Brennelemente einfach so weg? Es kann sich hierbei doch eigentlich nur um eine Parodie handeln, oder?

Eines wurde durch diesen Fall allerdings erneut bewiesen, der Faktor "menschliches Versagen" lässt sich im Umgang mit der Kernenergie eben nicht so klein halten, dass das Risiko vertretbar wäre.

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