Samstag, 30. April 2011

Atomberater der japanischen Regierung Toshiso Kosako tritt unter Protest zurück

Atomberater der japanischen Regierung Toshiso Kosako tritt unter Protest zurück: Innerhalb der japanischen Führung scheint Unstimmigkeit über den Umgang mit der Atomkatastrophe von Fukushima zu herrschen. Ein Berater der Regierung trat heute unter Tränen von seinem Posten zurück.

Auf einer Pressekonferenz erklärte Toshiso Kosako, dass sich die Regierung nicht an geltende Gesetze halte. Er sei zu dem Eindruck gekommen, dass man nur nach Notlösungen und Provisorien suche, um sich über die Zeit zu retten, anstatt an einer echten Lösung zu arbeiten.

Weil seine Ratschläge vom Kabinett ignoriert würden, habe es "keinen Sinn, dass ich auf meinem Posten bleibe", so Kosako. Außerdem bemängelte er die Maßnahme der Regierung den Grenzwert der Strahlenbelastung für Schüler in der Nähe von Fukushima auf 20 Millisievert pro Jahr anzuheben. "Ich kann das als Wissenschaftler nicht zulassen", so der eigentlich an der Universität Tokio lehrende Professor.

Tatsächlich ist der Wert von 20 Millisievert auch in den Augen europäischer Experten extrem hoch. Edmund Lengfelder vom Otto Hug Strahleninstitut sagte: "Man nimmt damit ganz bewusst zusätzliche Krebsfälle in Kauf. Durch den Grenzwert ist die Regierung juristisch aus dem Schneider - moralisch aber nicht".

Vor diesem Hintergrund ist die Entscheidung von Toshiso Kosako sehr mutig und verdient jeden Respekt. In Japan selbst dürfte sich nach diesem Rücktritt eine noch größere Unzufriedenheit mit der Regierung und deren Krisenmanagement in Fukushima bilden, was angesichts der fast schon willkürlich zu nennenden Anhebung der Grenzwerte auch nötig ist.

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