Samstag, 9. April 2011

GRB 110328A: NASA beobachtet außergewöhnlich starken Gammablitz

GRB 110328A - NASA beobachtet außergewöhnlich starken Gammablitz: Das Universum bietet für den Menschen noch immer zahlreiche Überraschungen. Immer wieder stoßen Astronomen auf Phänomene, die sie im ersten Moment nicht oder nur sehr schwer erklären können, so auch im Fall von GRB 110328A.

GRB 110328A ist ein Gammablitz, den NASA-Astronomen seit dem 28.März beobachten. Gammablitze sind Erscheinungen, bei denen innerhalb kürzester Zeit Energiemengen frei werden, die der Leistung der Sonne über einen Zeitraum von Milliarden Jahren entsprechen. Die Entstehung von Gammablitzen ist noch nicht gänzlich erklärt. Ein wahrscheinlicher Ursprung könnten spezielle Supernova-Explosionen, so genannte Hypernovae, sein.

Das ungewöhnliche an GRB 110328A ist allerdings die Dauer, die der Blitz nun schon andauert. Bislang unterschied die Wissenschaft zwei Arten von Gammablitzen, Kurz Gammablitze, die nicht länger als 2 Sekunden dauern, und lange Gammablitze, die zwischen 35 und 2000 Sekunden dauern.

GRB 110328A strahlt nun aber schon mehr als eine Woche. Bei der NASA heißt es dazu: "Astronomen sagen, sie hätten nie zuvor eine so helle, wechselhafte, hochenergetische und lange andauernde Explosion gesehen. [...] Normalerweise ereignen sich Gammablitze bei der Zerstörung eines massiven Sterns, und die Emissionen dauern nie länger als einige Stunden."

GRB 110328A weist noch eine weitere Besonderheit auf. Der Gammablitz schwankt in seiner Stärke. Mal wird mehr Energie frei, mal weniger. Auch dies sei in diesem Maß noch nie beobachtet worden. "Wir kennen in unserer Galaxie Objekte, die wiederholte Explosionen auslösen können, aber sie sind tausende oder Millionen Mal weniger kraftvoll als diese", sagte der Astronom Andrew Fruchter vom Space Telescope Science Institute in Baltimore.

Eine mögliche Erklärung haben die Forscher auch schon parat. Der Gammablitz soll sich in der Nähe des Zentrum einer Galaxie ereignet haben, die sich im Sternbild des Drachen befindet. Daraus folgert man nun, dass es sich hierbei um einen Stern handeln könnte, der dem Ereignishorizont des schwarzen Lochs, das sich im Zentrum dieser Galaxie befinden, zu nahe gekommen ist. Der Stern würde dabei zerrissen werden.

Angst braucht trotzdem keiner haben. Das Ereignis, welches wir jetzt beobachten, ist bereits vor unvorstellbar langer Zeit geschehen. Das Licht der Explosion brauchte 3,8 Milliarden Jahre bis zur Erde. Daraus ergibt sich dann eben auch die unvorstellbar große Entfernung von 3,8 Milliarden Lichtjahren.



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6 Meinungen:

Anonym hat gesagt…

Naja, der Satz im letzten Absatz ist etwas seltsam.
"Angst braucht [...]keiner haben. das Ereignis, [...]ist bereits vor [..]langer Zeit geschehen"

Ein Gammastrahlenausbruch der direkt auf die Erde gerichtet ist, ist auch dann noch gefährlich wenn das Ereignis bereits 800 Jahre zurückliegt. Nicht die Zeit ist entscheidend, sondern schlichtweg die Entfernung. Gänzlich falsch ist der Satz jedoch nicht, denn diese Strahlen reisen mit Lichtgeschwindigkeit. Somit ist der Zeitpunkt des Ereignisses gleichzusetzen mit dessen Entfernung in Lichtjahren. Gefährlich ist er also wahrlich nicht - aber eben weil er so weit weg ist, nicht etwa weil er "schon geschehen ist"! Ein kleiner aber feiner Unterschied der zum Verständnis beiträgt.

Oli hat gesagt…

@ Anonym 11:50 Uhr - Danke für die Erläuterung.Ich werde es direkt mal korrigieren.

Aber ist es dann nicht auch so, dass auch die Entfernung nicht entscheidend ist. Schließlich bewegt sich der "Strahl" weitestgehend durch Vakuum. Eine Ablenkung oder Schwächung ist daher ja nicht zu erwarten?

Anonym hat gesagt…

Er wird durch die Streuung schwächer. Das ist also wie bei einer Schrotflinte. Aus kurzer Entfernung wirkt viel Energie auf eine kleine Fläche ein. Mit größerer Entfernung nimmt dieses Energie pro Fläche Verhältnis ab. Oder anderst gesagt. Auf dem Pluto strahlt die Sonne bei weitem nicht mehr so hell und heiß wie auf dem Merkur. Aber stimmt schon was du sagst. Die einzelnen Teilchen behalten im großen und ganzen ihre Energie bei, daher sind solche Explosionen auch noch in 13Mrd Lj zu beobachten. LG

Oli hat gesagt…

@ Anonym 12:26 Uhr - Danke für das Beispiel. Jetzt leuchtet mir das auch ein. Wenn es nicht so wäre, wäre auf der Erde letztendlich auch kein Leben möglich.

MfG

Anonym hat gesagt…

Ja, das stimmt. Es gibt einige Wissenschaftler die ein Massensterben vor rund 450 Mio. Jahren genau auf ein solches Phänomen zurückführen. Allerdings sind die Folgen verzwickter als man zuerst annehmen würde, selbst Bergleute hätten wenig Chancen dem zu entgehen. Glücklicherweise ist die Chance auf einen solchen direkten Treffer aus der kosmischen Nachbarschaft sehr gering.
Zum querlesen: http://www.heise.de/tp/r4/artikel/19/19846/1.html
Mfg

Oli hat gesagt…

@ Anonym 16:35 Uhr - Danke für die Zusatzinfos. Das ist wirklich ein sehr faszinierendes Thema, das beweist, wie wenig wir über das All doch eigentlich wissen.

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