Montag, 11. April 2011

Linksnationalist Ollanta Humala hat bei Präsidentschaftswahlen in Peru die Nase vorn

Linksnationalist Ollanta Humala hat bei Präsidentschaftswahlen in Peru die Nase vorn: Wenn in einem südamerikanischen und dazu noch einem relativ kleinen südamerikanischen Land gewählt wird, erregt das in Deutschland eigentlich nur am Rande das Interesse der Medien. Es sei denn, bei der Wahl setzt sich ein Kandidat durch, den wir von unserem europäischen Standpunkt aus als extremistisch bezeichnen würden.

Genau dies ist jetzt in Peru geschehen. Bei der dortigen Präsidentschaftswahl setzte sich der Linksnationalist Ollanta Humala mit 31,1 Prozent der Stimmen durch. Allerdings wird eine Stichwahl nötig werden, weil das peruanische Wahlrecht vorsieht, dass ein Präsidentschaftskandidat die absolute Mehrheit braucht, ums ins Amt gewählt zu werden. Diese verpasste Humala deutlich.

Deshalb muss er sich nun in einem weiteren Wahlgang gegen die Tochter des ehemaligen Präsidenten Alberto Fujimori, Keiko Fujimori behaupten. Die rechtskonservative Kandidatin kam auf 23,2 Prozent der Stimmen.

Beide Kandidaten warben im Wahlkampf vor allem um die Stimmen der ärmeren Bevölkerungsschichten. Der Mittelstand und die reichen Unternehmer Perus könnten bei der Stichwahl also zum entscheidenden Faktor werden.

Bemerkenswert am Ausgang der Wahl ist, dass sich die gemäßigt demokratischen Kräfte des Landes selbst ein Bein gestellt haben. Pablo Kuczynski, Alejandro Toledo und Luis Castañeda gehören einem ähnlichen politischen Lager an. Trotzdem traten sie jeweils als Einzelkandidat bei der Wahl an. Zusammen wären die drei Kandidaten auf mehr als 40 Prozent der Stimmen gekommen. Ein vereinigter Kandidat wäre als Favorit in die Stichwahl gegangen.

Nun rückt Peru entweder weit nach links oder weit nach rechts. Humala will den Wohlstand im Land von den Reichen auf die Armen verteilen und dem Staat mehr Mitbestimmung in der Wirtschaft ermöglichen. Fujimori kündigte dagegen unverhohlen an, die Politik der harten Hand ihres Vater, der inzwischen wegen Menschenrechtsverletzungen und Korruption zu 25 Jahren Haft verurteilt worden ist, fortzusetzen.

Die Lage in Peru einschätzend erklärte Literaturnobelpreisträger Mario Vargas Llosa, dass die Wahl zwischen Ollanta Humala und Keiko Fujimori eine zwischen "zwischen Aids und Krebs im Endstadium" sei.



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