Dienstag, 26. April 2011

Wikileaks-Enthüllungen: USA schickten dementen Greis nach Guantanamo

Wikileaks-Enthüllungen - USA schickten dementen Greis nach Guantanamo: Seit Herbst vergangenen Jahres ist Wikileaks von einer unangenehmen Erscheinung zu einem echten Feindbild für die US-Regierung geworden. Wikileaks veröffentlicht in den letzten Monaten verstärkt Dokumente, die ein zweifelhaftes Licht auf das selbstgegebene Saubermann-Image der USA werfen.

Neustes Beispiel in der Reihe sind Veröffentlichungen über das Gefangenenlager Guantanamo. Aus diesen sog. Gitmo Files, die zwischen 2002 und 2008 entstanden, geht hervor, dass die USA über Jahre relativ willkürlich Menschen inhaftiert hatten und diese in vielen Fällen auch unschuldig in der auf Kuba befindlichen Militärbasis gefangen hielten.

Exemplarisch dafür steht der Fall eines 89-jährigen an Demenz leidenden Afghanen, der nach Guantanamo gebracht wurde, weil in seinem Haus "verdächtige Telefonnummern" gefunden worden waren.

Überdies enthalten die Berichte statt Beweisen meist nur Indizien, die so niemals Bestand vor einem rechtsstaatlichen Gericht haben würden. So seien vielfach Aussagen als richtig angenommen worden, die unter Folter entstanden. Selbst nachdem man einräumen musste, dass in Guantanamo gefoltert wird, behielten die Aussagen laut Akten ihr "Wahrheitssiegel".

Die insgesamt 758 Häftlingsakten, die in den kommenden Monaten durch Wikileaks veröffentlicht werden sollen, zeigen in meinen Augen noch einmal sehr deutlich, dass die USA mit Guantanamo ein Kapitel aufgeschlagen haben, das so gar nicht zu ihrem Image passt, was wiederum gut zu dem vor Doppelmoral triefenden Bild passt, das die Vereinigten Staaten in den letzten Jahren mehr und mehr abgeben. Überdies könnten sich aus den Dokumenten auch Schadensersatzforderungen der ehemaligen Häftlinge ergeben.

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