Dienstag, 17. Mai 2011

Bericht der Reaktorsicherheitskommission: Keine klare Empfehlung für Abschaltung von AKW

Bericht der Reaktorsicherheitskommission - Keine klare Empfehlung für Abschaltung von AKW: Vor wenigen Minuten stellte Umweltminister Norbert Röttgen gemeinsam mit dem Vorsitzenden der Reaktorsicherheitskommission (RSK), Rudolf Wieland, den Bericht zum Sicherheitsstand deutscher Atomkraftwerke vor.

Wer sich hierbei allerdings eine klare Antwort erwartet hatte, ist enttäuscht worden. Zwar räumte die Kommission in ihrem Bericht beispielsweise ein, dass alle Atomkraftwerke nicht gegen Flugzeugabstürze größerer Maschinen gesichert seien, eine klare Empfehlung, welche Kraftwerke abzuschalten sind, gab es nicht.

Die AKW Biblis A und B, Brunsbüttel und Philippsburg verfügen demnach über keinen "nachgewiesenen baulichen Schutz" gegen Flugzeugabstürze. Selbst kleinste Flugzeuge könnten hier also Schäden mit katastrophalen Folgen anrichten. Unterweser, Isar I und Neckarwestheim I ordneten die Experten in Schutzstufe 1 ein. Sie halten damit immerhin Kleinflugzeugen stand.

Alle anderen AKW landeten in Schutzstufe 2 und überstehen damit auch größere Flugzeuge. Einem großen Passagierflugzeug würden sie aber wohl nicht standhalten. Dafür hätten sie in Schutzstufe 3 eingeordnet werden müssen. Dies schaffte kein deutsches Atomkraftwerk.

Die Prüfer erklärten in ihrem Bericht aber auch, dass eine Nachrüstung der Kraftwerke theoretisch möglich ist.

Dass sie eine klare Aussage scheuen, überrascht mich am Ende nicht. Schließlich will man sich später nicht den Schwarzen-Peter von der Politik zuschieben lassen. Jetzt ist es an Angela Merkel eine Entscheidung zu treffen. Sorgt sie in diesem gesellschaftlichen Konflikt für Entspannung? Dazu müssten zumindest die jetzt abgeschalteten AKW vom Netz bleiben. Oder lässt sie einige der alten Kraftwerke wieder ans Netz? Dann dürften die Straßen des Regierungsviertels im Sommer voll mit Demonstranten sein.

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