Donnerstag, 19. Mai 2011

CSU entdeckt grüne Seite: Atomausstieg bis spätestens 2022

CSU entdeckt grüne Seite - Atomausstieg bis spätestens 2022: Jeder, der vor Fukushima erklärt hätte, dass die CSU bis zum Sommer diesen Jahres den Atomausstieg innerhalb von 10 Jahren und einen massiven Ausbau der erneuerbaren Energien fordert, wäre wohl für verrückt erklärt worden.

Mitte Mai 2011 sieht die Sache ganz anders aus. Vor allem Parteichef Seehofer trifft in den letzten Tagen immer wieder Aussagen, die man auch einen Politiker der Grünen zuordnen könnte.

Sogar halb konkrete Pläne gibt es bereits. SpOn soll ein Entwurf für das Energie-Konzept für Bayern mit dem Titel "Moderne Energie für ein modernes Land" vorliegen. Darin heißt es, dass das letzte AKW im CSU-Bundesland spätestens 2022 abgeschaltet werden solle.

"Unser Ziel ist es, das Kernkraftwerk Isar 1 endgültig stillzulegen, den Ausstieg aus der Kernenergie mit einem Umstieg auf neue Energieträger zu synchronisieren und spätestens im Jahr 2022 das letzte bayerische Kernkraftwerk vom Netz zu nehmen", heißt es demnach in dem Konzept im Wortlaut.

Es geht spektakulär weiter. "Das Abschalten der Kernkraftwerke in Bayern wollen wir dadurch ermöglichen, dass wir den Anteil der erneuerbaren Energien an der Stromerzeugung bis 2020 auf möglichst über 50 Prozent steigern", so das von Alexander Dobrindt erstellte Papier.

Bei den übrigen Prozenten wolle man sich auf Gaskraftwerke stützen, um die Grundlast zu stemmen. Die Ziele sind durchaus ambitioniert und sollen am Wochenende auf einer Klausurtagung, an der auch Kanzlerin Merkel teilnehmen wird, im oberbayerischen Kloster Andechs beschlossen werden.

Die CSU wird sich an diesem ehrgeizigen Vorhaben messen lassen müssen. Ob sie es umsetzen kann, ist für mich aber noch nicht wirklich klar. In der Partei gibt es immer noch Gruppierung, die den Tag wahrscheinlich verfluchen, an dem Fukushima den Menschen in Deutschland die Augen geöffnet hat.

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2 Meinungen:

Anonym hat gesagt…

50% Strom aus Gas?!? Wurde das nicht bisher nur zur Deckung der Spitzenlast eingesetzt, weil es die teuerste Energiequelle ist?
Zumindest einer darf sich freuen: Der Klimawandel...

Oli hat gesagt…

@ Anonym 22:15 Uhr - Ich bin jetzt kein ausgewiesener Experte was Gaskraftwerke betrifft. Aber soweit ich weiß, sind die immer noch klimaneutraler als Kohlekraftwerke.

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