Dienstag, 17. Mai 2011

Mit Jorgos Chatzimarkakis nächster FDP-Politiker unter Plagiatsverdacht

Mit Jorgos Chatzimarkakis nächster FDP-Politiker unter Plagiatsverdacht: Gut eine Woche nachdem Sylvana Koch-Mehrin aufgrund ihrer Dissertation, in der sich wohl einige Plagiate finden, von der Mehrzahl ihrer politischen Ämter zurückgetreten ist, steht der nächste FDP-Politiker unter Plagiatsverdacht.

Die Plagiatjäger, die auch schon die Arbeit Koch-Mehrins durchleuchteten, haben sich jetzt der Dissertation des Europapolitikers Jorgos Chatzimarkakis angenommen und sind dabei offenbar fündig geworden. Die Doktorarbeit stammt aus dem Jahr 2000 und trägt den Titel "Informationeller Globalismus. Kooperationsmodell globaler Ordnungspolitik am Beispiel des Elektronischen Geschäftsverkehrs". Die Arbeit ist auf der Website der Uni Bonn einsehrbar.

Anders als bei seinen Vorgänger scheint Chatzimarkakis aber ein anderes, möglicherweise besseres Vorgehen an den Tag zu legen. So bat der die zuständige Universität Bonn offenbar selbst um eine Überprüfung der Arbeit hinsichtlich der wissenschaftlichen Redlichkeit. Er räumte ein, dass er bei den verschiedenen verwendeten Zitierweisen, "Zitate im Fließtext, nicht eingerückt und ohne Anführungszeichen, ausgewiesen durch Fußnoten".

Ein Mitarbeiter von VroniPlag soll dem FDP-Politiker am Samstag mitgeteilt haben, dass in seiner Dissertation verdächtige Stellen gefunden worden sind. Daraufhin erfolgte die Bitte auf Überprüfung.

Angeblich stammen einige der monierten Passagen aus Artikeln der FAZ.

Wie auch immer man diesen Fall bewerten möchte, offenbar lernen die Politiker doch. Die "Selbstanzeige" von Jorgos Chatzimarkakis ist ein Schritt in die richtige Richtung und wohl auch der einzige Weg, die eigene Haut zu retten.

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1 Meinungen:

Wolfgang hat gesagt…

Transparente Intransparenz – damit beglückt uns Jorgo Chatzimarkakis. Denn der FDP-Abgeordnete im Europaparlament hat auf seiner Homepage transparent gemacht, dass Zitate in seiner Dissertation bisweilen dem gegenteiligen Kriterium unterliegen, weil sie „im Fließtext, nicht eingerückt und ohne Anführungszeichen, ausgewiesen durch Fußnote“ eingefügt wurden. Sprich: Plagiat – wenngleich der minder schweren Sorte. Und ich glaubte immer an: "ehrlich währt am längsten":
http://bit.ly/iF8j1X

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