Sonntag, 1. Mai 2011

Plagiatsaffäre: Karl-Theodor zu Guttenberg soll von Missverständnis sprechen

Plagiatsaffäre - Karl-Theodor zu Guttenberg soll von Missverständnis sprechen: Der Spiegel will herausgefunden haben, was in der Erklärung von Karl-Theodor zu Guttenberg stand, die am vergangenen Dienstag bei der Universität Bayreuth einging.

Demnach argumentiert der ehemalige Minister im Bezug auf die Inanspruchnahme des wissenschaftlichen Dienstes des Bundestags, dass er die Arbeiten nur für seine Mandatstätigkeit verwendet habe. Sie seien in den Jahren 2003 und 2004 entstanden. Die Dissertation sei allerdings 2006 abgeben worden. Wegen dieser Abfolge lasse sich nicht auf ein vorsätzliches wissenschaftliches Fehlverhalten schließen. Außerdem soll zu Guttenberg von einem Missverständnis sprechen.

Mir persönlich leuchtet diese Erläuterung nicht ein. Wenn die Stellungnahme tatsächlich so abgegeben worden ist, dann muss man ja an der Geisteskraft des ehemaligen Ministers zweifeln.

Wieso soll die zeitliche Abfolge gegen ein vorsätzliches Fehlverhalten sprechen? Guttenberg selbst argumentierte doch immer, dass die Dissertation über einen langen Zeitraum, der auch die Jahre 2003 und 2004 umfassen müsste, entstanden ist. Somit wäre es doch eigentlich möglich, dass die Zuarbeit des wissenschaftlichen Dienstes genutzt wurde. Außerdem müssen die Passagen, die laut Plagiatsjägern auch aus Arbeiten des besagten Dienstes übernommen worden sind, irgendwie in seine Dissertation gelangt sein.

Ich vermute einfach mal, dass die Ausführungen des Spiegel ein wenig aus dem Zusammenhang genommen worden sind. So ist das jedenfalls keine Erklärung.

Dass zu Guttenberg auch weiterhin daran festzuhalten scheint, nicht vorsätzlich gehandelt zu haben, überrascht mich hingegen gar nicht. Offenbar hat er noch immer nicht verstanden, dass er reinen Tisch machen muss, wenn er sich sein Ansehen langsam wieder zurückerarbeiten und ein Comeback in der Politik starten möchte.

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5 Meinungen:

Anonym hat gesagt…

Zur Entlastung von Guttenberg muss gesagt werden, dass er vermutlich nicht absichtlich getäuscht hat, sondern laut CSU-Grundsatz-Programm "Heuchelei, Lüge und Täuschung" gewohnheitsmässig und ohne jede Hemmschwelle. Es ist nun sein gutes Recht, nach dem Ertäuschen der Bestnote "Summa cum laude" bei Dr.-Arbeit und Beliebtheitswerten auch bei der Selbsttäuschung die Bestnote einzufahren. Alles andere wäre ohnehin ein Verstoss gegen das CSU-Grundsatz-Programm. Überhaupt wollte er sich doch den Dr.-Titel nur ertäuschen, um den Intellektuellen vorzugaukeln und so seine Täuschkraft zu erhöhen. Alles unter der Bestnote "Summa cum laude" hätte nicht der von ihm gewünschten maximalen Täuschkraft entsprochen, da er sich ja schliesslich als Dandy zum beliebtesten Politiker täuschen wollte.

Dass sich Guttenberg in 2003, 2004 insgesamt 6 Texte vom wissenschaftlichen Dienst ausarbeiten ließ, die dann 2006 in seiner "Dr.-Arbeit" auftauchten, könnte mit seiner verlorenen Übersicht über die insgesamt 1218 Plagiate entschuldbar sein, die er sich in mühevollster Kleinstarbeit zusammengeklaut hat.

http://de.guttenplag.wikia.com/wiki/GuttenPlag_Wiki

Hier noch Guttenbergs Legendenbildung:

spiegel.de/politik/deutschlan/0,1518,749232,00.html

und wie ihm Prof. Lepsius mit der Wahrheit die Kleider wegschoss:

youtube.com/watch?v=wQu9-On8vpg

tralafit hat gesagt…

Der Mensch ist unglaublich, wie kann man trotz der Faktenlage auf seinem Blödsinn beharren? Mich bringt der zur Weissglut.

Oli hat gesagt…

@ Anonym 21:47 Uhr - Das wäre vielleicht die einzige Erklärung, die man aufgrund der angeblichen Stellungnahme finde kann.

@ tralafit - Diese Frage stellen sich sicherlich sehr viele Menschen. Für mich zeigt es, dass er noch immer nicht wirklich zu verstehen scheint, was er falsch gemacht hat.

Anonym hat gesagt…

Die Erklärung
Guttenberg verdient nicht nur beim Ertäuschen eines Dr.-Titels und von Beliebtheit die Bestnote "Summa cum laude", sondern auch für Selbsttäuschung.

Oli hat gesagt…

@ Anonym 14:25 Uhr - Wie gesagt, er scheint selber noch nicht begriffen zu haben, dass er reinen Tisch machen muss und weiter zu denken, dass er aus der Nummer irgendwie wieder rauskommt.

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