Montag, 30. Mai 2011

Ratko Mladic setzt auf Druck der Straße

Ratko Mladic setzt auf Druck der Straße: Der vergangene Woche nach einer mehr als 15-jährigen Flucht verhaftete mutmaßliche Kriegsverbrecher Ratko Mladic wehrt sich weiter gegen eine Auslieferung an das UN-Kriegsverbrechertribunal in Den Haag. Dabei setzt er offenbar auch auf den Druck der Straße. Es gibt Meldungen, wonach Mladic vor allem nationalistische Serben mobilisieren wollte, um so seine Auslieferung zu verhindern.

Tatsächlich versammelten sich in der Nacht in Belgrad einige Tausend Demonstranten, die gegen die Auslieferung Mladics protestierten und Präsident Boris Tadic Verrat vorwarfen. Zu der Aktion hatten die nationalistische Partei SRS und verschiedene Veteranenverbände aufgerufen.

Mladic selbst hatte über seine Anwälte dazu aufgerufen, wegen ihm kein Blut zu vergießen. Allerdings hielt man sich nicht daran. Es kam zu Auseinandersetzungen zwischen den Demonstranten und den Sicherheitskräften.

Unterdessen beteuert der mutmaßliche Kriegsverbrecher weiter, nichts mit dem Massaker von Srebrenica zu tun gehabt haben, bei dem 1995 8.000 muslimische Männer und Jugendliche von serbischen Truppen erschossen worden waren. "Er sagte, was immer in Srebrenica geschah, er habe nichts damit zu tun. Sein erster Befehl war, viele Frauen und Kinder und die verwundeten Soldaten zu evakuieren", so Mladics Sohn Darko nach einem Treffen mit seinem Vater.

Trotz der Proteste und der Unschuldsbeteuerungen kann man davon ausgehen, dass Mladic nach den Haag ausgeliefert wird. Die EU hat eine Auslieferung Mladics als Voraussetzung für einen etwaigen Beitritt Serbiens gemacht. Daher hat der Fall auch weitreichende politische Bedeutung. Der Balkan-Staat kann sich nicht erlauben, auf stur zu schalten.



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