Mittwoch, 4. Mai 2011

Wissenschaftlern gelingt 1.000 Sekunden Speicherung von Antimaterie

Wissenschaftlern gelingt 1.000 Sekunden Speicherung von Antimaterie: Forschern am Cern in Genf ist es gelungen, Antimaterie-Teilchen erstmals über einen Zeitraum einzufangen, der nach menschlichem Ermessen nennenswert ist. Im Rahmen des Alpha-Projekts glückte es Anti-Wasserstoff für etwa 1.000 Sekunden einzufangen und vor der Annihilation zu bewahren. Das sind umgerechnet etwa 17 Minuten.

Der bisherige Rekord stammt aus dem Jahr 2010 und Betrug 172 Millisekunden. Dieser ist jetzt um das 5.800-fache übertroffen worden. Auch die Anzahl der aufgefangenen Antimaterie-Atome konnte gesteigert werden. Waren es beim bisherigen Rekord nur 38 Atom, so fing die verbesserte Magnetfalle dieses mal 309 Atome.

In einem Fachbeitrag, der vorab auf Arxiv.org veröffentlicht wurde, erklärten die Forscher, dass mit diesem Erfolg die Eigenschaften von Antimaterie und fundamentale Symmetrieregeln besser den je untersucht werden könnten. "Diese Fortschritte eröffnen ein weites Feld von experimentellen Möglichkeiten."

Um die Teilchen einzufangen Nutze man am Cern eine Magnetfalle. Dieses Gerät baut ein Magnetfeld auf, in dem Antimaterie in der "Schwebe" gehalten wird. So wird verhindert, dass sie mit Materie in Berührung kommt und sich dabei vernichtet. Die Magnetfalle wird nahe des absoluten Nullpunkts gekühlt, um die Bewegung der Teilchen zu minimieren.

Aus dem jetzt erfolgten Experiment könnte sich das 1955 aufgestellt CPT-Theorem erstmals überprüfen lassen. Dieses besagt, dass sich Antimaterie chemisch genau wie Materie verhält. Sollte dem nicht so sein, wäre es eine Sensation. Außerdem erhofft man sich Erkenntnisse darüber, ob sich Antimaterie wie in magnetischen- oder elektrischen Feldern auch im Bezug auf die Schwerkraft gegenteilig zur Materie verhält. Dies würde Bedeuten, dass Antimaterie auch eine Antischwerkraft hervorruft, die Teilchen von einander abstößt anstatt sie anzuziehen.



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