Montag, 6. Juni 2011

Grüne üben scharfe Kritik am EHEC-Krisenmanagement der Bundesregierung

Grüne üben scharfe Kritik am EHEC-Krisenmanagement der Bundesregierung: Mehr als 1.500 infizierte, über 600 schwer erkrankte und 21 verstorbene Menschen: Das sind die Kennzahlen der EHEC-Welle, die noch immer durch Deutschland schwappt. Zwar gibt es mit Sprossen aus Niedersachsen mittlerweile dringend verdächtiges Gemüse, das die Infektionswelle ausgelöst haben soll. Da die belasteten Chargen mittlerweile aber wohl schon komplett verkauft sind, kommt diese Erkenntnis möglicherweise zu spät.

Die Grünen kritisieren das Krisenmanagement der Bundesregierung daher scharf. Fraktionschefin Renate Künast sagte in der 'Berliner Zeitung': "Es findet keinerlei Krisenmanagement statt. Ich frage mich, was der Gesundheitsminister und die Verbraucherministerin eigentlich machen. [...] Man kann nicht darauf warten, dass die Experten irgendwann miteinander telefoniert haben".

Das für Mittwoch geplante Treffen von Landwirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU), Gesundheitsminister Daniel Bahn (FDP) und den zuständigen Länderministern bezeichnete Künast als reine Show. Man brauche stattdessen einen nationalen Kontrollplan, um mögliche Übertragungswege vom Bauern über die Verarbeitung bis zum Restaurant zu finden, so Künast.

Bärbel Höhn warf der Bundesregierung sogar vor, das Risiko unterschätzt zu haben. Der 'Passauer Neuen Presse' sagte sie: "Die Regierung hat diese Krise vollkommen unterschätzt und sich weggeduckt. Von den verantwortlichen Ministern war lange nichts zu hören". Eine Reaktion sei erst erfolgt, als der Druck der Öffentlichkeit zu groß wurde. Dadurch habe man die Chance vergeben, die Infektionsquelle schnell zu finde.

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2 Meinungen:

oso hat gesagt…

Zwischen 5000 und 15000 Todesopfer gibt es laut RKI "jährlich" alleine in Deutschland. 21 Todesopfer wegen EHEC ist zwar nicht nichts, aber wir sollten die Kirche im Dorf lassen.

Oli hat gesagt…

@ oso - Ich bin auch dafür, dass wir die Kirche im Dorf lassen. Trotzdem muss ich nochmal nachfragen. 5.000 bis 15.000 Todesopfer? Wegen EHEC-Infektionen? Ich dachte bislang, in diesem Größenraum würde sich die Zahl der Infektionen bewegen.

Ich weiß jetzt nicht, wie hoch die Letalitätsrate bei EHEC ist, aber wenn ich mal von 5 Prozent, was schon sehr hoch sein dürfte, ausgehe, würde das ja bedeuten, dass es jährlich 100.000 bis 300.000 Infektionen gibt. Das kann eigentlich nicht sein, weil wir dann viel mehr über diese Erkrankung wissen müssten.

Die Aussagen fußen jetzt nur auf meiner logischen Überlegung. Hast du mal eine Quelle für deine Angaben?

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