Montag, 6. Juni 2011

Leiharbeiter für gefährliche Arbeiten in deutschen Atomkraftwerken

Leiharbeiter für gefährliche Arbeiten in deutschen Atomkraftwerken: Sollte sich die folgende Meldung bewahrheiten, wäre es für mich ein ziemlicher Skandal. Einem Bericht der 'Süddeutschen Zeitung' zu Folge setzten die Atomkonzerne in deutschen Atomkraftwerken tausenden Leiharbeiter ein, die dabei einer deutlich höheren Strahlenbelastung ausgesetzt sind als die Stammbelegschaft. Der Vergleich zu den Wegwerfarbeitern von Fukushima drängt sich hier geradezu auf.

Die Zeitung beruft sich bei ihren Angaben auf eine ihr vorliegende Anfrage der Linkspartei an die Bundesregierung.

Demnach verfügten im Jahr 2009 6.000 Arbeiter, die direkt bei den Konzernen angestellt waren, in den 17 Kernkraftwerken über einen Strahlenpass. Die Zahl der Leih- und Werkarbeiter, die nicht direkt bei den Konzernen angestellt sind, sonder über Drittfirmen verliehen oder in die Kraftwerke geschickt werden, liegt dagegen bei 24.000. Auffällig bei beiden Gruppen sei die unterschiedliche Strahlendosis zwischen beiden Gruppen.

Die der 6.000 Eigenbeschäftigten soll bei 1,7 Sievert im Jahr liegen, die der Leih und Werksarbeiter hingegen bei 12,8 Sievert. Daraus ergibt sich, dass ein Leiharbeiter im Schnitt doppelt so viel Strahlung abbekommt, wie ein Arbeiter der Stammbelegschaft. Dafür, dass sie mehr Strahlung abbekommen, werden diese Arbeiter in der Regel auch noch schlechter bezahlt.

Man darf dies jetzt nicht falsch verstehen. Die Energieunternehmen halten sich an gesetzliche Grenzwerte. Dieser liegt in Europa derzeit bei einer Strahlenbelastung von 20 Millisievert pro Jahr für einen AKW-Arbeiter.

Juristisch verhalten sich die Atomkonzerne hier also im Rahmen der Gesetze. Auf der moralischen Ebene sieht es dagegen schon wieder ganz anders aus. Aus dieser Sicht ist dieses Verhalten als extrem verwerflich zu bezeichnen. Für mich passt das aber zu dem Bild der gierigen Großkonzerne, die Gewinne um jeden Preis erzielen wollen, das ich von den 4 großen Energiekonzernen in Deutschland habe.

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