Samstag, 18. Juni 2011

Musikkonzerne erhöhen Druck auf GEMA im Streit mit YouTube

Musikkonzerne erhöhen Druck auf GEMA im Streit mit YouTube: Wie wir vor zwei Tagen berichtet hatten, ist im jahrelangen Streit zwischen der GEMA und YouTube weiterhin keine Lösung in Sicht. Im Gegenteil: Die Fronten haben sich weiter verhärtet.

Nun meldeten sich die Plattenbosse zweier großer deutscher Musiklabels zu Wort. Gegenüber SpOn erhöhten Frank Briegmann, Deutschland-Chef von Universal Music, und Edgar Berger, Deutschland-Chef von Sony Music, den Druck auf die GEMA endlich zu einer Einigung zu kommen.

Briegmann sagte: "Man darf sich die Frage stellen, warum eine Einigung zwischen Verwertungsgesellschaften und YouTube in vielen Musikmärkten möglich ist, nicht aber in Deutschland, dem wichtigsten Markt Europas".

Weiter erklärte er, dass es völlig klar sei, Künstler angemessen zu entlohnen. "Aber dass sich Gema und YouTube offenbar seit Jahren nicht einigen können, ist langsam unverständlich. [...] Wir kennen die Details der Verhandlungen zwar nicht, aber was an Preislisten von der Gema veröffentlicht wurde, ist schlicht unrealistisch", so der Musikmanager.

Sein Kollege Edgar Berger unterstellt Teilen der GEMA sogar noch nicht im digitalen Zeitalter angekommen zu sein. "Alles muss durch ein Nadelöhr, den Gema-Aufsichtsrat. Einige Mitglieder scheinen noch nicht im digitalen Zeitalter angekommen zu sein", so Berger. Es bestehe "offenbar kein Interesse daran, werbefinanzierte Musik-Streamingdienste wie Vevo, YouTube und Spotify in Deutschland zuzulassen". Dadurch würden den Künstlern und Unternehmen Umsätze in Millionenhöhe entgehen.

Mit Blick auf unsere Nachbarländer sagte er: "Dort einigen sich Verwertungsgesellschaften mit solchen Internetangeboten - warum ist das nicht auch hier möglich?". Berger erläuterte weiter: "Ich kann es verstehen, wenn man sich mal nicht einig ist. Aber Teile des Gema-Aufsichtsrats blockieren hier eine Entwicklung, die absolut wichtig für den hiesigen Musikmarkt ist". Dies könne er nicht akzeptieren.

Tatsächlich argumentieren hier beide derart eindeutig in eine Richtung, dass man die Aussagen durchaus als Aufforderung an die GEMA werten kann, sich endlich mit YouTube zu einigen. Man darf gespannt sein, wie die Verwertungsgesellschaft darauf reagieren wird, wenn sie Gegenwind von einer Seite erhält, die sie häufig als Argument für die eigenen Interessen verwendet.

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