Donnerstag, 9. Juni 2011

Uli Hoeneß kritisiert Theo Zwanziger öffentlich wegen Blatter-Wahl

Uli Hoeneß kritisiert Theo Zwanziger öffentlich wegen Blatter-Wahl: Man kann von Uli Hoeneß halten, was man will, man kann ihm aber nicht vorwerfen, dass er nicht zu seinen Prinzipien stehen würde. Klar, dass es ihm da nicht schmeckt, was in den vergangenen Wochen bei der Fifa abgelaufen ist. Eigentlich ist es sogar erstaunlich, dass er so lange geschwiegen hat.

Damit ist jetzt Schluss. In einem Interview mit der 'Sport Bild' kritisierte Hoeneß die Haltung von DFB-Präsident Theo Zwanziger bei der Wiederwahl von Sepp Blatter. "Die Haltung des DFB in dieser Sache stört mich. Herr Zwanziger ließ keinen Zweifel daran, dass man Blatter wählen wird. Ganz nach dem Motto: Augen zu und durch. Ich bin enttäuscht, dass der DFB vor diesen unseriösen Machenschaften die Augen verschließt und nicht gegen Blatter Druck macht. Wegschauen heißt auch akzeptieren. Wer das tut, ist mitschuldig", so Hoeneß.

An ein Überleben des Models 'Blatter' glaubt der Bayern-Präsident indes nicht mehr. "Die Uhr von Sepp Blatter und seiner Combo tickt. Es ist für mich keine Frage, ob, sondern nur noch, wann er seinen Posten räumen muss. Da ist ein Prozess im Gang, der nicht mehr aufzuhalten ist". Als Nachfolger an der Spitze der Fifa könne er sich Michel Platini vorstellen. "Ich bin hundertprozentig sicher, wenn Platini morgen zur Wahl antreten würde, dass er gewählt würde", sagte Hoeneß.

Die streitbare Bundesligagröße erwartet überdies noch weitere Enthüllungen. "Das war erst der Anfang der Geschichte. Das war doch alles erst die Spitze des Eisbergs. Ich bin überzeugt, dass nun alle Missstände scheibchenweise ans Licht kommen werden. Nachdem wichtige Fifa-Funktionäre wie Jack Warner, Chuck Blazer, Bin Hammam und viele andere involviert sind, werden noch Dinge rauskommen, die wir uns noch gar nicht vorstellen können", so Hoeneß.

Theo Zwanziger reagierte überrascht auf die Äußerungen des Bayern-Präsidenten. Er erklärte: "Was mich in der Tat etwas wundert, ist, dass ausgerechnet Hoeneß erneut öffentlich Kritik übt, ohne vorher einmal persönlich mit mir gesprochen zu haben. Er war ja schon bei der WM in Südafrika ein polarisierender, öffentlicher Kritiker, recht hat er damit nicht behalten und nicht unbedingt an Ansehen gewonnen". Niemand habe beim DFB die Augen verschlossen, so Zwanziger.

Als Beobachter muss man allerdings genau zu diesem Schluss kommen. Hätte der DFB sich beispielsweise auf die Seite des englischen Fußballverbandes gestellt, der immerhin so viel Integrität hatte, eine Verschiebung der Wahl zu fordern, wäre Blatter heute vielleicht noch nicht wiedergewählt. Der DFB ist einer der stärksten nationalen Verbände innerhalb der Fifa und hätte diese Position nutzen müssen.

Am Ende hat man Blatter allerdings brav gewählt und versucht nun im nach hinein eine Überprüfung der WM-Vergaben 2018 und 2022 herbeizuführen. Allerdings hat man nun nichts mehr in der Hand, um Druck auf die Fifa auszuüben. Mit einem DFB-Präsidenten Uli Hoeneß wäre es ganz sicher nicht so weit gekommen.

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2 Meinungen:

ingrid nahm hat gesagt…

hallo bin kein ausgesprochener fussball-fan -

mittlerweile 75j alt - nehme aber mit freude zur kenntnis-das herr hoeness die dinge beim namen nennt - das imponiert mir.

Oli hat gesagt…

@ ingrid nahm - Genau das schätze ich auch an ihm, auch wenn ich sonst nicht immer mit Hoeneß einer Meinung bin. Er ist ehrlich und sagt, was er denkt. In diesem Fall wohl sogar das, was die Mehrheit denkt.

MfG

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