Mittwoch, 13. Juli 2011

Bundesbankchef Jens Weidmann spricht Klartext

Bundesbankchef Jens Weidmann spricht Klartext: Als Jens Weidmann im Mai diesen Jahres die Nachfolge von Axel Weber als Präsident der Bundesbank antrat, konnte man den Eindruck bekommen, dass er von den Medien belächelt und teils sogar als Schoßhündchen von Angela Merkel abgetan wurde. Dass er dies aber mit Nichten ist, zeigte er jetzt im Interview mit der Zeitung 'Die Zeit'.

In diesem übte er Kritik an den derzeitigen Plänen zur Bekämpfung der Schuldenkrise. Die Beteiligung bezeichnete Weimann als problematisch. Von den im Raum stehenden Vorschlägen, die Befugnisse des Rettungsfonds zu erweitern und die Zinsen auf Notkredite zu senken, hält er offenbar gar nichts. "Das hätte hohe Kosten, einen geringen Nutzen und gefährliche Nebenwirkungen zur Folge", kritisierte er.

"Es birgt im gegenwärtigen Umfeld mehr Risiken als Chancen, die Gewährung weiterer Hilfen der Staatengemeinschaft an den Zwang zur Beteiligung des Privatsektors zu knüpfen", sagte er zur angestrebten Beteiligung privater Gläubiger.

Zusätzlich forderte er einen Plan für den Fall, dass Griechenland doch in die Staatspleite rutscht. "Die Politik muss einen Plan haben, wie sich bei einem Scheitern des griechischen Programms die drohenden Ansteckungseffekte eindämmen lassen", so Weidmann.

Desweiteren sprach er sich gegen die Steuersenkungspläne der Koalition aus. Ähnlich wie es die Mehrheit der Deutschen sieht, erklärte auch Weidmann, dass die Haushaltskonsolidierung Vorrang habe. Die Bürger würden von der guten Konjunktur bereits durch steigende Löhne profitieren.

Er begründete seine Haltung mit den großen Risiken im Staatshaushalt und dem ohnehin schon sehr hohen Schuldenstand. "Außerdem könnte eine Steuersenkung die ohnehin schon lebhafte Konjunktur zusätzlich befeuern", erläuterte der Bundesbankchef.

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