Donnerstag, 14. Juli 2011

Rotationsgeschwindigkeit von Neptun annähernd genau ermittelt

Rotationsgeschwindigkeit von Neptun annähernd genau ermittelt: Das Universum hält noch Milliarden Geheimnisse für die Menschheit bereit. Aber auch direkt vor unsere kosmischen Haustür finden sich noch jede Menge ungelöste Fragen.

Einer der in diesem Zusammenhang spannendsten Himmelskörper ist sicherlich der Neptun. Er ist 30 mal soweit von der Sonne entfernt wie die Erde und seit dem Jahr 2006 der äußerste bekannte Planet unseres Sonnensystems. In der nächsten Woche wird er erstmals seit seiner Entdeckung vor 165 Jahren einen Umlauf um die Sonne vollendet haben.

In diesem Zeitraum ist es nun auch gelungen die Rotationsdauer des Neptun um seine eigene Achse genau zu berechnen. Demnach braucht der Gasplanet für eine Umdrehung 15 Stunden, 57 Minuten und 59 Sekunden. Bislang wurde die Rotationsdauer mit 16 Stunden und 6 Minuten angegeben.

Zu dem neuen Neptun-Tag kommt Planetologe Erich Karkoschka von der University of Arizona in Tucson im Fachmagazin 'Nature'. Zur Ermittlung der Tageslänge nutze der Astronom zwei Störungszonen in den Wolkenschichten, die Neptun umgeben. Anhand des "South Polar Feature" und der "South Polar Wave", die augenscheinlich an ihrem Ort in der Atmosphäre verharren, konnte die Rotationsdauer bestimmt werden.

Aber genau dieses Verhalten wirft neue Fragen auf. Warum verändern die Störungszonen ihre Position nicht? Eine mögliche Erklärung wäre, dass der feste Kern Neptuns Unregelmäßigkeiten aufweist, so dass die Wolkenformationen ähnlich wie auf der Erde an Bergketten "hängen" bleiben.

Ein Hot-Spot im Kern des Planeten wäre eine weitere Erklärung für die Phänomene. Allerdings bestünde dann die Frage, woher die Hitze kommt. Eigentlich besitzt Neptun nicht genügend Masse, um in seinem Inneren Energie zu gewinnen, wie es zum Beispiel der Jupiter tut.

Auch die Position Neptuns im Sonnensystem gibt Rätsel auf. Nach den gängigen Theorien zur Entstehung der Planeten dürfte er nicht soweit von der Sonne entfernt sein. Die protoplanetare Scheibe war in dieser Region nicht mehr dicht genug, um einen so großen Planeten entstehen zu lassen. Entweder die Theorien sind falsch oder Neptun ist innerhalb des Sonnensystems von innen nach außen gewandert, wobei Exo-Planeten einer ähnlichen Größe eher das Verhalten zeigen von außen nach innen zu wandern.



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