Dienstag, 26. Juli 2011

Spannung wegen Missbrauchsskandal: Vatikan zieht Botschafter aus Irland ab

Spannung wegen Missbrauchsskandal - Vatikan zieht Botschafter aus Irland ab: Zwischen dem Vatikan und Irland bestehen offenbar ernsthafte diplomatische Spannungen. Gestern ließ der Papst den Botschafter des Kirchenstaates, Giuseppe Leanza, aus Dublin abziehen.

Der Vatikan reagierte mit diesem Schritt auf scharfe Kritik des irländischen Regierungschefs, Eda Kenny, und des irländischen Parlaments. Kenny warf dem Vatikan vor in einem Missbrauchsskandal, die Vergewaltigung von Kindern durch Priester heruntergespielt zu haben. Die katholische Kirche habe ihre Macht und ihren Ruf betont, anstatt gegen das Unrecht vorzugehen, argumentierte der Politiker.

Im irischen Parlament wurde noch vor der Rede eine Resolution verabschiedet, in der die Rolle des Vatikan im Bezug auf den Missbrauchsskandal kritisch bewertet wurde. So hieß es in dieser, dass der Kirchenstaat dazu beigetragen habe Regelungen zum Kinderschutz auszuhöhlen.

Bis 2009 soll die katholische Kirche Fälle von Kindesmissbrauch vertuscht haben. Dies geht aus einem Untersuchungsbericht hervor. 1997 soll sogar ein Schreiben an irische Bischöfe ergangen sein, in dem diesen abgeraten wird, pädophile Priester der Polizei zu melden.

Um die Wogen zu glätten erklärte der Vatikan, dass man den Botschafter zurückbeordert hätte, um eine Reaktion auf die Vorwürfe auszuarbeiten. Damit kommt man einer Forderung des irischen Außenministers Eamon Gilmore nach, der Leanza vor zwei Wochen einbestellt und eine offizielle Stellungnahme des Vatikan gefordert hatte.

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