Donnerstag, 21. Juli 2011

TU Harburg: Acetonitril-Unfall bringt 11 Menschen ins Krankenhaus

TU Harburg - Acetonitril-Unfall bringt 11 Menschen ins Krankenhaus: Am Dienstag hat sich in einem Labor der technischen Universität Harburg ein schweren Chemie-Unfall ereignet. Eine Studentin ließ beim Aufräumen zwei vier Liter fassende Glasbehälter, die mit dem gesundheitsschädlichen Lösungsmittel Acetonitril gefüllt waren, fallen. Die Glasbehälter zersprangen dabei und das Lösungsmittel verteilte sich auf dem Boden des Labors.

Neben der Studentin waren zum Zeitpunkt des Unfalls noch drei weitere Studenten und ein wissenschaftlicher Mitarbeiter der Universität in dem Labor. Die Anwesenden wischten das Lösungsmittel in der Folge auf und verkannten dabei wohl, dass Acetonitril auch bei Zimmertemperatur verdampft und die gesundheitsschädlichen Dämpfe eingeatmet werden können.

Erst nach Rücksprache mit ihrem Professor suchten die direkt Betroffenen ein Krankenhaus in Harburg auf. Dort wurden sie vorsorglich auf die kardiologische Intensivstation gelegt.

Nach einem derartigen Unfall ist es eigentlich üblich, dass die Feuerwehr alarmiert wird. Dies blieb bei der TU Harburg aber offenbar aus. Erst 7 Stunden nach dem Unfall erfuhren, Feuerwehr und Polizei angeblich eher zufällig von dem Geschehen. Ein Arzt wollte sich demnach über das ausgetretene Acetonitril erkundigen und alarmierte so indirekt die Feuerwehr.

Messungen in dem Labor ergaben schließlich, dass der Grenzwert für Acetonitril um das vierfache überschritten war. Zur Entgiftung führte die Feuerwehr schließlich einen Großeinsatz durch, an dem 53 Personen beteiligt gewesen seien.

In den Stunden nach dem Unfall betraten etwa 30 weitere Personen das Labor. Von diesen mussten schließlich noch sechs zusätzlich auf der Intensivstation betreut werden.

Die Universität muss sich nach dem Unfall fragen lassen, warum die übliche Alarmkette, die in einem solchen Fall einzuhalten ist, nicht funktionierte.

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