Montag, 8. August 2011

Innenminister Friedrich will Anonymität im Internet abschaffen: Eine undurchführbare Forderung!

Innenminister Friedrich will Anonymität im Internet abschaffen - Eine undurchführbare Forderung!: Das Märchen von der Anonymität im Internet wird von Politikern häufig als Argument für Forderung nach einer stärkeren Reglementierung des Netzes verwendet. Dabei ist schon heute niemand mehr wirklich anonym im Internet unterwegs.

Innenminister Friedrich (CSU) scheint dies nicht zu stören. Im Zusammenhang mit den schrecklichen Anschlägen in Norwegen erklärte er in einem Interview mit dem 'Spiegel', dass die Grundsätze der Rechtsordnung auch im Netz gelten müssten. Hierfür bekommt der Minister meine volle Zustimmung. Was Friedrich dann aber damit meint, hört sich plötzlich ein wenig anders an. "Normalerweise stehen Menschen mit ihrem Namen für etwas ein. Warum nicht auch ganz selbstverständlich im Internet", sagte er.

Die Reaktion im Internet auf diese Forderung war dem Innenminister offenbar bereits bewusst, als er weiter ausführte: "Ich weiß, dass mir das in der Netzgemeinde wüste Beschimpfungen einbringen wird, aber warum müssen Fjordman und andere anonyme Blogger ihre wahre Identität nicht offenbaren?".

Die Antwort auf diese Frage ist in meinen Augen sehr einfach: Die Möglichkeit im Internet unter einem Spitznamen zu publizieren, ist die einzige Maßnahme, die gegen eine Beschädigung der Meinungsfreiheit schützt.

"Wir haben immer mehr Menschen, die sich von ihrer sozialen Umgebung isolieren und allein in eine Welt im Netz eintauchen. [...] Politisch motivierte Täter wie Breivik finden heute vor allem im Internet jede Menge radikalisierter, undifferenzierter Thesen, sie können sich dort von Blog zu Blog hangeln und bewegen sich nur noch in dieser geistigen Sauce", so Friedrich weiter. Letztendlich stehen wir hier vor dem alten Problem. Sind wir bereit unsere Freiheit für ein wenig mehr Sicherheit aufzugeben?

Mal ganz von der theoretischen Beurteilung der Ausführungen des Innenministers abgesehen sind diese auch praktisch nicht umzusetzen. Oder wie will ein deutscher Minister das internationale Internet zur Klarnamenpflicht reformieren? Das ist einfach nicht möglich! Hier zeigt sich der größte Vorteil des Internets gegenüber staatlichen Institutionen. Im Netz gibt es keine Grenzen, die man kontrollieren könnte.

Ihr wollt immer auf dem Laufenden bleiben? Dann abonniert doch einfach unseren kostenlosen RSS-Feed oder verfolgt uns bei Facebook.

0 Meinungen:

Kommentar veröffentlichen

Bitte schickt euren Kommentar nur einmal ab. Bedenkt, dass bei uns jeder Kommentar eine Moderation durchläuft. Kommentare mit rechtswidrigen Inhalten, Beleidigungen und offensichtliche Werbung werden nicht freigeschaltet.

Ansonsten würden wir uns freuen, wenn ihr auch auf unserer Facebook-Fanpage mitdiskutiert.

Related Posts Plugin for WordPress, Blogger...