Mittwoch, 10. August 2011

Toleranz im Schützenverein?: Schwuler Schützenkönig als Ärgernis

Toleranz im Schützenverein? - Schwuler Schützenmeister als Ärgernis: Schützenvereine gelten als Brutstätten konservativen Gedankenguts. Das ist nicht schlecht, solange diese Eigenschaft nicht in Rückständigkeit umschlägt. Genau das scheint aber in einem aktuellen Fall um einen schwulen Schützenkönig der Fall zu sein.

Konkret geht es um den 44-jährigen Getränkehändler Dirk Winter, der in diesem Jahr in Kinderhaus beim Schützenfest zum Schützenkönig wurde. Als es daran war, eine Schützenkönigin zu bestimmen, wählte Winter seinen Partner Oliver. Die beiden sind bereits seit 15 Jahren zusammen. Auch machte der Getränkehändler nie einen Hehl aus seiner Homosexualität.

Das Problem entstand dann auch nicht in Kinderhaus. Hier stimmten noch zahlreiche Schützen der ungewöhnlichen Schützenkönigin zu. Der Streit entzündete sich an der Frage, ob Winter am Bundeskönigsschießen im ostwestfälischen Harsewinkel Mitte September teilnehmen darf. Sportlich hat er sich für das wichtige Event qualifiziert.

Den Veranstaltern ist er wohl trotzdem ein Dorn im Auge. So argumentiert zum Beispiel BHDS-Sprecher Rolf Nieborg, dass Winter auf einem Fragebogen erklärt habe, dass er sich christlichen Werten verpflichtet fühle. Der schwule Schützenkönig müsse akzeptieren, dass Schützenvereine für ein Weltbild stehen, in dem die Familie eine große Rolle spiele. "Das ist doch wie beim lateinamerikanischen Tanz", so der Sprecher. Zu diesen gehörten auch Mann und Frau.

Ich brauche nicht erwähnen, dass alleine der Gedanken einen Schützenkönig zu disqualifizieren, weil er schwul ist, ein absolutes Unding ist. Die Schutzenvereine würden mit diesem Schritt lediglich ihre Intoleranz beweisen. Soweit ich mich erinnere gehört aber gerade Toleranz auch zum christlichen Weltbild.

Der Betroffene selbst gibt sich unterdessen besonnen. "Ich will erst abwarten, ob man mich disqualifiziert", sagte Winter.

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